Schwerpunkte

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Neubau Experimentierhalle 1

Der Neubau der Experimentierhalle 1 (Exh1) an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz erforderte umfangreiche Abdichtungsarbeiten. Für die unterirdische Halle, die eine Druckwasserbeanspruchung von bis zu 4,50 Metern aushalten muss, wurden Abdichtungen nach DIN 18533-2 mit Bitumenbahnen sowohl als weiße als auch als schwarze Wanne umgesetzt.

Mehr erfahren»

Grund- und Hochwasserschutzabdichtungen

Aufgaben der Abdichtung

Eine Grundwasser- bzw. Hochwasserschutzabdichtung ist erforderlich, wenn infolge Grund- oder Hochwasser ein dauernder hydrostatischer Druck auf das Bauwerk ausgeübt wird. Geregelt wird diese Art der Abdichtung in der DIN 18533.

Merkmale der Abdichtung

Die Grund- bzw. Hochwasserschutzabdichtung wird mehrlagig mit schwarzfarbenen Bitumenbahnen ausgeführt und bildet eine in sich geschlossene Wanne.

Aus diesem Grund verwendet man als Bezeichnung für eine  Grundwasser- bzw. Hochwasserschutzabdichtung mit Bahnen auch die Bezeichnung „Schwarze Wanne“.

Kriterien der Abdichtung

Hydrostatischer Druck entsteht, wenn Wasser nicht durch Maßnahmen, wie beispielsweise der Ausführung einer Drainage, dauerhaft entspannt wird.

Domäne Marienburg Hochwasser Sanierung

Hochwasser Domäne Marienburg
Foto: Ina Lange

Bauwerksabdichtung gegen drückendes Wasser
Schwarze Wanne

Abdichtungen haben die Aufgabe, Bauwerke, die selbst nicht wasserdicht sind, vor Wasser zu schützen. Die Dimensionierung der Abdichtung hängt davon ab, ob das Bauwerk durch:

  • Bodenfeuchtigkeit
  • nichtdrückendes Wasser
  • drückendes Wasser

beansprucht wird.

Ausrundung einer Los-/Festflanschkonstruktion an einer rechtwinkligen Richtungsänderung
Los-/Festflanschkonstruktion

Drückendes Wasser im Baugrund entsteht, wenn sich infolge von Grundwasser, Hang-, Kluft- oder Stauwasser hydrostatischer Druck aufbaut. In diesem Fall muss die Abdichtung zur Erfüllung ihrer Schutzfunktion ununterbrochen wannenartig von der Sohle über die Wand bis zur Oberkante Gelände geführt werden.

Wegen der lückenlosen Verfahrensweise verwendet man für diese Bauweise auch die Bezeichnung „Schwarze Wanne“.
Die Ausführung erfolgt nach DIN 18533 vorzugsweise mit heißflüssig im Gieß und Einwalzverfahren, in gefüllten Bitumen eingerollten, nackten Bitumenbahnen R500N und Cupferriffelband. Ausführungen mit anderen Bitumenbahnen sind möglich. Vor der Anwendung von Bitumenschweißbahnen wird gewarnt, da die Möglichkeit der  Kanülenbildung im Naht- und Stoßbereich der Bahnen besteht.

Die Spachtelung mit Kaltbitumen (PMBC) als Alternative zur schwarzen Wanne ist aufgrund der schwierig herzustellenden gleichmäßigen Bitumendicke und der weitaus größeren Wetterabhängigkeit nicht sicher.
Auch die  Aufbereitung des Betons zu einem wasserundurchlässigen Beton (WU-Beton) führt lediglich zu einer reduzierten, nicht aber zu einer vollständigen Sperre des Wasserdurchgangs in das Bauwerk. Räume, die eine absolute Trockenheit erfordern – hierzu zählen beispielsweise elektrische Betriebsräume und Räume, in denen Papier gelagert wird – erfordern die Herstellung einer schwarzen Wanne.

Die Erneuerung bzw. Wiederherstellung einer wasserdruckhaltenden Abdichtung ist aufgrund ihrer Lage unter der Sohle bzw. an der erdberührten Seite der Außenwand mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Aus diesem Grunde ist eine große Sorgfalt und überdurchschnittliches handwerkliches Können bei der Herstellung erforderlich, um Mängel von vorn herein auszuschließen. Nur erfahrene und ausgebildete Bauwerksabdichter verfügen über das erforderliche know how.

Das Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Michael Herres beherrscht aufgrund langjähriger Erfahrung im Umgang mit Abdichtungsstoffen und ingenieurmäßiger Planung die erforderlichen Techniken zur Lösung dieser besonderen Abdichtungsaufgabe.

Nutzen Sie diesen Wissensvorsprung!

weitere Beiträge zum Thema Schwarze Wanne